filmtipps Hannover

Land: D 2017; Länge: 107 Min.; Regie: Andres Veiel

Dokumentarfilm

BEUYS

Eine Collage aus Archivmaterial und Fotos über den revolutionären Künstler Joseph Beuys

Der große Künstler hautnah. Anfang der Achtziger war Joseph Beuys, der Mann mit dem Hut, lange vor Udo Lindenberg, vor Andy Warhol und Robert Rauschenberg der teuerste Artist in der Manege des internationalen Kunstmarkts. Die Montage des Materials aus Archivaufnahmen und Fotos sprüht vor Intelligenz. Andres Veiel vertraut auf die durch seine Bilder vorgegebene historische Distanz und die mit ihnen ausgelöste Reflexivität. Er verzichtet darauf, Werke zu erklären, und entdeckt in seiner Hommage an Joseph Beuys ganz nebenbei den Humor dieser Kunstikone.


31 Jahre nach seinem Tod erscheint uns Beuys als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Als erster deutscher Künstler erhält er eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York, während zu Hause sein Werk mehrheitlich noch als „teuerster Sperrmüll aller Zeiten“ gilt. Gefragt, ob ihm solche Urteile gleichgültig seien, sagt er: „Ja. Ich will das Bewusstsein der Menschen erweitern.“


Andres Veiel erteilt dem Künstler selbst das Wort. Aus zahlreichen bisher unerschlossenen Bild- und Tondokumenten montiert er ein assoziatives, durchlässiges Porträt, das, wie der Künstler selbst, eher Ideenräume öffnet als Statements verkündet.


Beuys boxt, parliert, doziert, erklärt dem toten Hasen die Kunst und fragt: „Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?“


Pressestimmen:

„Statt Beuys Werke zu erklären, lässt Andres Veiel (...) den Kunst-Provokateur selbst sprechen – so werden dessen politische, gesellschaftliche, moralische und ästhetische Ideen wieder frisch in die noch immer brandaktuelle Debatte eingebracht.“ (filmstarts.de)