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DIE SANFTE

Der politische und vor allem moralische Verfall Russlands – beißend ironisch inszeniert!

Regisseur Sergei Loznitsa („Mein Glück“, „Austerlitz“) schuf, inspiriert von der gleichnamigen Kurzgeschichte von Fjodor Dostojewski, eine schonungslose Abrechnung mit Mütterchen Russland. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine kafkaeske Odyssee durch ein System aus Korruption, Machtmissbrauch und Unmenschlichkeit. Das Drama feierte seine Premiere im Mai 2017 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.

Die Sanfte (Vasilina Makovtseva) bekommt ein Paket mit dem Hinweis: „Unzustellbar“ zurück. Adressiert war es an ihren Mann, der in einem Gefängnis einsitzt. Was ihm vorgeworfen wird, bleibt offen, weder die Frau noch das System selbst scheinen zu wissen, wie die Anklage lautet. Bei ihren Nachforschungen gerät sie an abweisende Beamte, die ihr ausweichende Auskünfte erteilen oder sie von einem Schalter zum nächsten schicken. Man sagt ihr nicht einmal, ob ihr Mann noch am Leben ist. Pressestimmen

„Ein fesselnder, halluzinierender Sprung in Russlands verkümmerte Zivilgesellschaft.“ (Variety)


„... eine harsch naturalistische, kompromisslos unnachgiebige Gesellschaftsanklage ...“

(filmstarts.de)


„Beißend ironisch ist der Titel des dritten Spielfilms von Sergei Loznitsa (...) Schon immer kritisch, aber noch nie so schonungslos wie in ‚Die Sanfte‘, dem besten Film des letztjährigen Cannes-Wettbewerbs.“ (programkino.de)


„Menschlichkeit, das klingt falsch im Zusammenhang mit einem Film, der das Kaleidoskop eines unmenschlichen Staatsapparats entwirft, der zu Korruption, Prostitution, Gewalt und Angst anstachelt.“ (critic.de)



Land: F/D/LT/NL 2017; Länge: 143 Min.; Regie: Sergei Loznitsa

Darsteller: Vasilina Makovtseva, Valeriu Andriutã,

Sergey Kolesov u.a.