filmtipps Hannover

 

DAS MÄDCHEN MIT DEN

GOLDENEN HÄNDEN

Kampf um Vergangenheit und Identität

Bleiben oder Gehen? Sozialismus oder freie Marktwirtschaft? Abreißen oder Bewahren? Seit 30 Jahren sind Ost und West bereits wiedervereint und doch scheinen die Gräben tiefer zu sein denn je. Regisseurin Katharina Marie Schubert geht in ihrem Spielfilmdebüt den Gründen dafür nach. Rund um den 60. Geburtstag ihrer Protagonistin im Jahre 1999 entspinnt sie ein erzählerisches Geflecht aus öffentlich und privat erlittenen Demütigungen.

Die Jubilarin ist Laras Mutter Gudrun (Corinna Harfouch). Sie selbst sieht sich im ständigen Einsatz für die Gemeinde und die Gemeinschaft. Dass sie stets dabei erst an sich selbst denkt und ihre eigenen Belange über die aller anderen stell, sieht sie nicht. Ihr Lebenspartner Werner erträgt Gudruns Eigenarten mit stoischer Gelassenheit,


Bürgermeister Jens (Jörg Schüttauf) geht mit ihr in den Clinch und Lara möchte lieber heute als morgen zurück nach Berlin – an die Oper, wo sie arbeitet und wo eine Sängerin als Ersatzmutter auf sie wartet. Laras Geschenk hat Gudrun nicht einmal ausgepackt. Nichts ist ihr gut genug. Zumindest nichts Neues. Für alles Alte – ob Ostpralinen oder das leerstehende Kinderheim, in dem sie aufgewachsen ist – hegt Gudrun große Sympathie. Sie will damit ihre Identität bewahren.


Pressestimmen:

„Katharina Marie Schubert feiert mit ihrem präzise beobachteten und überzeugend gespielten Drama ein gelungenes Langfilmdebüt.“ (filmstarts.de)


„Ihre Geschichte ist so poetisch wie der Titel.“

(kino-zeit.de)


„Schubert erzählt, wie man in einer sich verändernden Welt verlorengehen kann (...). Man hilflos mitansehen muss, wie einem der eigene Platz genommen wird, weil andere das Sagen haben.“ (film-rezensionen.de)



L.: D 2020; R.:  Katharina M. Schubert; L.: 103 Min.

Darsteller: Corinna Harfouch, Birte Schnoeink, Peter René Lüdicke u.a.