filmtipps Hannover

 

DER RUSSE IST EINER,

DER BIRKEN LIEBT

Poetische Suche nach Heimat und Identität

Als Olga Grjasnowa 2012 ihren Debütroman mit dem poetischen Titel über die Russen und die Birken vorlegte, war das deutsche Feuilleton begeistert von der unverbrauchten Stimme einer neuen Generation. Regisseurin Pola Schirin Beck greift die Wucht dieses Ausrufezeichens in ihrer Verfilmung auf. Sie erzählt von Mascha (Aylin Tezel), die für ihre Geliebten wie ein Irrlicht durch ein globales Dorf geistert. Neben all der Neugier und Weigerung, sich festzulegen, spielen Verlust und Trauer eine wichtige Rolle in Maschas Leben.


Mascha ist wild und laut, kompromisslos und schlagfertig, doch im Grunde ihres Herzens orientierungslos. Die angehende Dolmetscherin ist Kosmopolitin, spricht fünf Sprachen fließend. Nur über ihre eigene Geschichte, die Geflüchtete in ihr, spricht sie nie.


Ihr Freundeskreis ist multikulturell, feiert ordentlich und kontert den allgegenwärtigen Alltagsrassismus mit böser Ironie. Mascha liebt ohne Rücksicht auf Verluste – ihre Sprachen, ihre Freunde und vor allem Elias. Gerade erst ist sie mit ihrem Freund zusammengezogen, als dieser durch eine zunächst harmlose Sportverletzung zum Pflegefall wird.


Immer mehr gerät Maschas Leben aus den Fugen, bis sie die Flucht nach vorne antritt, sich mit nichts als ihrem Pass in ein Flugzeug setzt, Richtung Israel.


Pressestimmen:

„Wunderbare, intensive Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers übers Suchen und Finden von Liebe und Heimat in Form eines tragikomischen Roadtrips.“

(Filmfest München)


„Ein Film über Trauer, schwere Vergangenheit, über Bewältigung – der atmosphärisch stimmig ist ...“ (kino-zeit.de)


Land: D 2022; Regie: Pola Beck; Länge: 105 Min.

Darsteller: Aylin Tezel, Sohel Altan Gol, Slavko Popadic u.a.