filmtipps Hannover

Land: E/F 2017; Länge: 115 Min.; Regie: Albert Serra

Darsteller: Jean-Pierre Léaud, Patrick d‘Assumçao, Marc Susini

DER TOD VON LUDWIG XIV.

Königliches Sterben mit einer Prise schwarzen Humors und Jean-Pierre Léaud

Leid und Sterben machen auch vor den Mächtigsten nicht halt: Der Sonnenkönig Ludwig XIV. – eine Paraderolle für die Truffaut-Ikone Jean-Pierre Léaud – ist dem Tode nah. Er verbringt die Tage verbringt in seiner Kammer und führt die Regierungsgeschäfte bestmöglich weiter. Ein Historienfilm als Kammerspiel, Opulenz auf engstem Raum, der Totentanz eines Bettlägerigen – während um den Kranken herum schon eifrig an der Zukunft ohne ihn gebastelt wird.

L’état, c’est moi – der Staat, das bin ich –, für diese Worte ist Ludwig XIV. von Frankreich bis heute bekannt. Doch im späten August, bald nach dem Tag des heiligen Königs Ludwig IX., der so gottgefällig die Juden verfolgt und die Muslime bekämpft hatte, ging es zu Ende. Das war jedem in Versailles auf das Schmerzlichste bewusst. Das Ritual begann. Denn wie alles in diesem Leben war auch das Sterben ein Staatsakt: ein letztes dunkles Ballett. Ludwig XIV. verspürt kaum noch Appetit, kann nichts mehr herunterschlucken, wird schwächer und schwächer und versucht dennoch, an einem letzten Rest königlicher Würde festzuhalten, während die Ärzte um ihn herum noch rätseln, wie der Monarch zu behandeln sei, und der Hofstaat mithilfe des bettlägerigen König die Regierungsgeschäfte weiterführt und das Land gleichzeitig auf die Zeit nach Ludwig XIV. vorbereitet.


Pressestimmen:

„Eine hypnotisierende Elegie.“ (New York Times)


„60 Jahre nachdem Jean-Pierre Leaud mit „Sie küssten und sie schlugen ihn“ seinen Durchbruch hatte, inszeniert Albert Serra ihn als sterbenden Sonnenkönig in einer pompösen, majestätischen Studie über Tod und Vergänglichkeit. Sicherlich der schönste Film in Cannes 2016.“ (Sight & Sound)