filmtipps Hannover

 

DIE WELT WIRD EINE ANDERE SEIN

Liebe, kulturelle Unterschiede, Wahrheit und Glaube, Vertrauen und Wahn

Regisseurin Anne Zohra Berrached wurde auch mit ihrem dritten Film zur Berlinale eingeladen, wo das zweistündige Drama in der Panorama-Sektion gezeigt wurde. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die sich blindlings in einen Mann verliebt, der sich schon bald radikalisiert und einer der Mittäter des Anschlags vom elften September wird. Eine genau beobachtete Charakterstudie, die zwangsläufig und bewusst sehr passiv ist.

Eine deutschtürkische Medizinstudentin verliebt sich Mitte der 1990er in einen Kommilitonen aus dem Libanon. Obwohl ihre Mutter die Verbindung strikt ablehnt, heiraten die jungen Leute.


Doch das Leben mit dem selbstsicheren jungen Mann gerät schnell in Schieflage. Er beginnt sich religiös-politisch zu radikalisieren, hat Geheimnisse vor seiner Frau und verschwindet schließlich für längere Zeit in den Jemen. Trotz quälender Unwissenheit hält sie an ihrer Liebe fest – bis zu einem katastrophalen Ende.


Der Film erzählt die Geschichte eines 9/11-Attentäters. Dabei fokussiert Regisseurin Anne Zohra Berrached ganz auf die Frauenfigur. So wird der Film zum schmerzhaft-intensiven Psychogramm einer Protagonistin, die versucht, ein selbstbestimmtes Leben jenseits der Ansprüche einer konservativen Familie zu führen, sich durch eine zunehmend toxische Liebe jedoch in eine passiv-hilflose Rolle drängen lässt.


Pressestimmen:

„Eine spannungsvolle Kopplung eines Ereignisses von globaler Tragweite mit der privaten Tragödie einer Frau.“ (epd Film)



Land: D/F 2021; Länge: 119 Min.; Regie: Anne Zohra Berrached

Darsteller: ECanan Kir, Roger Azar, Jana Julia Roth,

Nicolas Chaoui u.a.