filmtipps Hannover

 

DIE ZEIT, DIE WIR TEILEN

Isabelle Huppert trifft nach Jahrzehnten ihre erste große Liebe wieder

Isabelle Huppert rechtfertigt einmal mehr nachdrücklich den Goldenen Ehrenbären, der ihr zur 72. Berlinale verliehen wurde: Mit großartigem Mienenspiel und strengen Posen zeichnet sie ein Frauenporträt, das sich einprägt, gespiegelt in den Blicken der beiden Männer ihres Lebens: des schwer fassbaren Sohnes Nathan (Swann Arlaud) und des neurotischen Verehrers, Lebensgefährten und Schriftstellers Tim Ardenne (Lars Eidinger).

Die erfolgreiche Verlegerin Joan Verra fährt im Auto durch die Regennacht, blickt in die Kamera und beginnt ihre Geschichte zu erzählen. Von Irland, dem Land ihrer ersten Liebe, nach Frankreich, wo sie den aus der Verbindung hervorgegangenen Sohn allein großzieht, spannt Joans traumähnliche Autobiografie ein Netz aus fragmentarischen Berichten und Erinnerungen an Abschied und Wiederkehr, an Schmerz, den sie anderen zufügte, und Schmerz, dem sie zu entgehen suchte. Endlich erzählt Joan, die sonst anderer Leute Geschichten verarbeitet, die eigene Geschichte, die nach der Auftaktromanze, wie die Protagonistin, an Reife gewinnt und sich von den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit löst zu einem komplexen Ineinander der Wahrnehmungs- und Zeitebenen mit nostalgischen, komischen und surrealen Tonlagen.


Pressestimmen:

„Ein zauberhafter, so schwereloser wie sinnlicher Flaneursfilm.“ (filmstarts.de)


„Isabelle Huppert spielt Joan hervorragend, ja atemberaubend, in ihrem tänzelnden Kampf um die Deutungshoheit über das eigene Leben.“ (spielfilm.de)