INGEBORG BACHMANN –
JEMAND, DER EINMAL ICH WAR
Ein eindringliches, klug komponiertes Werk
Geplant ab 25.06.2026 im Kino am Raschplatz
D 2026, 95 Min., Regie: Regina Schilling, mit Sandra Hüller, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Paul Celan
„Es war Mord.“ Mit diesen drei Worten schließt Ingeborg Bachmanns Roman Malina – und sie hallen nach, während Sandra Hüller die Autorin an einem fiktiven letzten Tag in Rom verkörpert. Tauchen Sie ein in eine fesselnde Welt, in der Archivmaterial auf dramatische Inszenierungen trifft. Der Film nähert sich der Schriftstellerin durch ihre eigenen Texte: Briefe, Tagebücher und literarische Arbeiten. Regina Schilling gestaltet daraus ein vielschichtiges, hybrides Porträt, das Spielszenen, Archivaufnahmen und Bachmanns Worte miteinander verknüpft und zentrale Stationen ihres Lebens nachzeichnet.
n erscheint nicht als ferne Ikone, sondern als widersprüchliche, suchende und hoch reflektierte Persönlichkeit. Besonders eindrucksvoll sind die inszenierten Passagen mit Sandra Hüller. Ohne in bloße Nachahmung zu verfallen, gelingt es ihr, eine innere Wahrheit dieser Figur sichtbar zu machen. Ihr Spiel ist zurückgenommen, präzise und von großer Intensität – sie verkörpert weniger die historische Bachmann als vielmehr einen Zustand zwischen Erinnerung, Imagination und literarischer Selbstbefragung.
Formal überzeugt der Film durch seine hybride Struktur. Archivmaterial, Spielszenen und Textmontagen greifen organisch ineinander und erzeugen einen fließenden Erzählrhythmus. Dabei entsteht kein lückenloses Lebensbild, sondern ein bewusst fragmentarisches, das die Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv einbindet. Gerade diese Offenheit macht den Film lebendig und zeitgenössisch.