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TEHERAN TABU

Wenn der Tabubruch dem Selbsterhalt dient –

der Alltag in Iran

Der provokante gesellschaftskritische Animationsfilm feierte seine Weltpremiere bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Regisseur Soozandeh gelang ein aufwühlendes und realistisches Drama um vier junge Menschen in Teheran, deren Schicksale bei ihrer verzweifelten Suche nach Freiheit und Glück aufeinanderprallen. „Teheran Tabu“ zeigt einen bislang noch nie gesehenen Einblick in den schizophrenen Alltag des heutigen Iran. Innenansichten eines Lebens zwischen streng religiösen Gesetzen und Unterdrückung einerseits und Sex, Drogen und Korruption andererseits.



Um den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn zu verdienen, verkauft Pari ihren Körper an einen einflussreichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft.


Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Hausfrauendasein unter ihrem Mann und seinen strenggläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder arbeiten gehen würde.

Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotzdem schläft sie mit dem jungen Musiker Babak und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld hernehmen?


Pressestimmen:

„Dass ‚Teheran Tabu‘ mit seiner klaren Haltung und Parteinahme nicht in Pathos abgleitet, ist einerseits dem unaufdringlich eingesetzten Humor geschuldet, andererseits dem distanzierenden Umstand, dass er letztlich ein Animationsfilm ist.“ (Tiroler Tageszeitung)


„Der Film ist roh, dunkel, schön illustriert und zutiefst beunruhigend und dennoch bietet es eine der meisten Einblicke in eine Welt, die die Medien in eine dunkle Ecke gedrängt haben …“ (Huffington Post)




Land: D/A 2017; Länge: 96 Min.; Regie: Ali Soozandeh

Animationsfilm