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ZWEI HERREN IM ANZUG

Poetisches Familienepos von und mit Josef

Bierbichler und Martina Gedeck

Ein Jahrhundert. Eine Familie. Drei Generationen. Ein Stück bayrische Geschichte. Der Film verfolgt über drei Generationen hinweg das Leben einer Wirtsfamilie, die in einem kleinen bayerischen Dorf lebt und arbeitet. Die Rückschläge, die die Familie zwischen 1914 und 1984 zu verzeichnen hat, stehen exemplarisch für die Umbrüche einer ganzen Epoche und basieren auf den Erlebnissen von Josef Bierbichlers eigener Familie. Adaptiert hat er dafür seinen Roman „Mittelreich“, dessen Geschichte an die seiner eigenen Familie angelehnt ist. Der Künstler inszenierte den Film nicht nur, sondern übernahm auch die Rolle des Seewirts.


Es ist das Jahr 1984 und es ist das Ende des Sommers. Im ausgedienten Tanzsaal eines ehemals traditionsreichen Gasthauses am See haben der Wirt und Bauer Pankraz und sein 35-jähriger Sohn Semi gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit: 1. und 2. Weltkrieg, alliierte Besatzung, der erste Traktor, Kalter Krieg, Wirtschaftswunder, Flüchtlinge, Studentenunruhen, die Familie.


Alles kommt stockend und sehr persönlich zur Sprache. Und zwei unbekannte, vornehm gekleidete Herren werden sie vom späten Nachmittag an bis in die anbrechende Nacht hinein als zwar ungebetene, aber doch eindringliche Stichwortgeber ihres familiären Erinnerns über einen Zeitraum von 70 Jahren begleiten.


Pressestimmen:

„Bierbichler ist (...) ein großes (...) Epos gelungen, das an die Tradition des Kinos von Fassbinder und Achternbusch anknüpft.“ (fbw)



Land: D 2018; Länge: 139 Min.; Regie: Josef Bierbichler

Darsteller: Josef Bierbichler, Martina Gedeck, Simon Donatz u.a.